Hypnose-Wissen

 
  Hypnose

Hier finden Sie zahlreiche Informationen und Erläuterungen zur Hypnose und Hypnosetherapie in Bezug zu Ihrer Ausbildung, zusätzlich einige Antworten auf meist relevante Fragen, die öfters innerhalb unserer Hypnose-Praxis an uns herangetragen wurden.


Was ist Hypnose?

Die Hypnose ist nach dem griechischen Gott des Schlafes „Hypnos“ benannt, wenngleich, anders als im Schlaf, ein vorübergehender Zustand erhöhter Aufmerksamkeit bei gleichzeitig eingeschränktem Bewusstsein vorliegt. Dieses Phänomen der „Trance“ kennt man auch aus vollkommen alltäglichen Situationen, wie z.B. dem „Tagträumen“, konzentriertem Musik hören oder einer nach innen gewandten Konzentration während dem Lesen eines spannenden Buches. Trance bezeichnet deshalb den Zustand starker Konzentration auf Gedanken und Vorstellungen bei gleichzeitiger Reduzierung der Umweltwahrnehmung und ist ein vollkommen natürlicher Zustand! Man vernimmt jedes Wort, das Erinnerungs-vermögen besteht weiterhin und man bleibt auch ebenso ansprechbar. Der Trancezustand dient dazu, sich zu regenerieren, neu „einzurichten“ oder über Suggestionen jeweilig gewünschte Veränderungen zu erreichen. Das Nervensystem erfährt dabei wohltuende Ruhe und Entspannung.

Die Stimme des Hypnotiseurs stellt deshalb das wichtigste Medium dar – neben möglicher spezieller Hintergrundmusik, Blickfixierung auf ein Pendel, auf die Finger, auf weitere Gegenstände oder beliebig gewählte Punkte in einem Raum - um
den Klienten in den vorgesehenen Trancezustand zu führen mit dem Ziel, eine Öffnung des Unterbewusstseins zu erlangen.


Das Unbewusste als Speicher jeglicher Erfahrung

Das Unbewusste definiert sich im tiefenpsychologischen Sinne als die Summe aller gespeicherten Erfahrungen und Struk-turen, von vitalen, verdrängten, konfliktartigen Anteilen und auch von Fähigkeiten und Ressourcen, die dem Bewusstsein gewöhnlich nicht zugänglich sind. Unbewusste Inhalte können u.a. als wiederkehrende Erinnerungen oder als Symbole in
der hypnotischen Trance auftauchen.

Vollkommen dem üblichen „Bewusst-sein“ entzogen, steuert es dabei viele Entscheidungen des täglichen Lebens und übt über Handlungsweisen, die oftmals nicht rational, wohl aber als „Bauchgefühl“ erklärbar sind, eine enorme Kraft über das menschliche Verhalten aus.

Das Unterbewusstsein ist deshalb in der Hypnose der direkte Schlüssel zwischen Hypnotisand und Hypnotiseur und setzt die Suggestionen auf individuelle Weise geradlinig um.

Die Wichtigkeit bildhafter Kommunikationsstrukturen

Aufsehen erregende Angebote, mehr, schneller oder intensiver Wissen zu speichern, hinlänglich als „super-learning“ bekannt, basieren auf der einfachen Erkenntnis, dass Erfahrungs- oder Wissensinhalte über die Verknüpfung mit Bildern von unserem Gedächtnis am besten gespeichert werden.

Dieser Tatsache bedient sich auch das Unterbewusstsein, indem alle Inhalte bildhaft konserviert werden und aus diesem Grunde auch nur bildhafte Suggestionen die bestmögliche Veränderung erreichen.

                        Hypnose weckt innere Bilder, die der Klient selbst nicht wecken kann!



Erfahrungen in der Hypnose

Das äußere Erscheinungsbild und Verhalten eines Patienten in Hypnose lässt nicht auf besondere Veränderungen schließen. So vermittelt der Klient den Eindruck, als sei er in einem schlafähnlichen Zustand. Mit geschlossenen Augen, ruhigem Atem und verlangsamten Bewegungen antwortet er leise bis stockend auf die Fragen des Hypnotiseurs.
Darüber hinaus berichten einige Hypnotisanden über eine spontane und nicht suggerierte Veränderung der Körper-wahrnehmung, spontan können auch ein Schweregefühl oder eine als angenehm empfundene Leichtigkeit auftreten, begleitet von einem angenehmen Gefühl muskulärer Entspannung.

Als weiteres Merkmal hypnotischen Erlebens gilt die Trancelogik. Darunter wird die Toleranz gegenüber logischen Widersprüchen in Hypnose verstanden: Wird hochsensiblen Personen suggeriert, dass sich außer Ihnen und dem Hypnotiseur nichts im Raum befindet, und werden sie aufgefordert, sich im Raum zu bewegen, so umgehen sie den Stuhl, den sie eigentlich nicht wahrnehmen dürften.
Geringsuggestible Personen jedoch, die den hypnotischen Trancezustand nur simulieren, stoßen gegen den Stuhl in der Meinung, dass sich auch genauso Klienten in Trance logisch verhalten würden.
Ein wesentliches Merkmals des Unterbewussten ist, dass suggerierte Bilder ohne nähere Überprüfung eins-zu-eins
übernommen werden und das Unterbewusste "geradlinig" Informationen zu verarbeiten vermag.

Nach der Hypnose sind manche Klienten über die Lebendigkeit ihres Erlebens vielfach verblüfft, Rückführungen in die Schulzeit werden oft geschildert, „...als wären sie gerade dort gewesen“.
Auch spielt die verzerrte Zeitwahrnehmung eine beachtliche Rolle. Die verbrachte Dauer einer Hypnosesitzung wird von
den meisten Klienten deutlich unterschätzt. So wird oftmals die geschätzte Zeit einer einstündigen Hypnose von den Hypnotisanden mit 10 Minuten angegeben.

In der hypnotischen Arbeit ist immer wieder zu beobachten, dass Gefühlszustände schneller und spontaner gezeigt werden, als im Wachzustand. In der Praxis zeigt sich dabei oftmals, dass hinter ursprünglichen Beweggründen (z.B. der Wunsch nach Selbstwertsteigerung), mit denen ein Klient die Hypnose-Praxis aufsucht, während der Trance durch eine spontane Erkenntnis oder Empfindung als vollkommen anderes, bisher unbewusstes Gefühl offenkundig wird (z.B. Eheprobleme).


Fragen, die uns oft gestellt werden

Was ist Hypnose?
Hypnose ähnelt dem Zustand vor dem Einschlafen, Tagträumereien oder z.B. einer leichten Abwesenheit während einer monotonen Tätigkeit und ist deshalb ein alltäglich bekanntes Gefühl. Bislang ungenutzte Ressourcen des Unterbewusstseins können in Trance aktiviert werden und werden direkter angesprochen, Suggestionen werden deshalb einfacher angenommen. Besondere Fähigkeiten des menschlichen Geistes werden dadurch überhaupt erst gefördert oder möglich gemacht. Lernprozesse vollziehen sich effektiver, die volle Kraft der eigenen Ressourcen kann sich freier entfalten.

Kann jeder hypnotisiert werden?
Je nach Ansprechbarkeit reagiert der Mensch unterschiedlich stark auf Hypnose. Manche Menschen erreichen anfangs nur eine leichte Trancetiefe, andere können schneller tiefere Trancezustände erreichen. Durch wiederholtes Hypnotisieren kann man lernen, schneller und tiefer in Trance zu gehen. Fast jeder ist deshalb hypnotisch ansprechbar.

Kann ich gegen meinen Willen hypnotisiert werden?
Eindeutig „Nein“! In jeder gut geführten Hypnose werden im Vorgespräch mit dem Hypnotiseur die Inhalte gemeinsam und einvernehmlich festgelegt. Der Klient entscheidet immer selbst, welche Gedanken und Handlungen er vollzieht und welche nicht. In der Hypnose wird grundsätzlich niemand Anweisungen befolgen, die zutiefst eigenen ethischen Vorstellungen oder moralischen Grundwerten widersprechen. Die Kontrolle verbleibt deshalb immer beim Klienten und er wird niemals Dinge tun, die ihm auch im täglichen Leben widerstreben.

Kann es passieren, dass ich aus der Hypnose nicht mehr erwache?
Nein. Da der Hypnosezustand etwas völlig natürliches ist, schläft der Klient ohne Ausleitung bestenfalls ein und erwacht nach einiger Zeit ganz von selbst.

Kann ich mich nach der Hypnosesitzung an alle Details erinnern?
Ja, in der Regel erinnert man sich an alles, was während der Sitzung erfahren wurde oder passiert ist. Jede gute und verantwortungsvoll geführte Hypnosesitzung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Nachbesprechung im anschließenden Wachzustand stattfindet.

                                   
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                                                                                                                                                                                                        aktualisiert am 20.06.2008